Galerie :: 2000 - 2009
Im Jahr 2000 feierte der MSC sein 50-jähriges Bestehen mit einem großen Flutlicht-Event. Das Jubiläumsrennen wurde allerdings von einem tragischen Unfall über-schattet. Clubfahrer Maik Torlümke stürzte schwer und erlag neun Tage später seinen Verletzungen. Innerhalb von nicht einmal zwei Jahren mussten die MSC-Mitglieder zum zweiten Mal von einem der ihren Abschied nehmen.
Nach Monaten der Trauer aber schaute der Club wieder nach vorn. Frank Conradi (32) beendete nach dem Tod seines Bruders Detlef seine aktive Laufbahn in der B-Lizenz und stieg in die Jugendarbeit ein. Als Trainer begleitet er gemeinsam mit seinem langjährigen Mechaniker Uwe Schierloh die beiden Junioren Sönke Petersen (11, Oldenburg) und Ramon Stanek (11, Jeddeloh), die als vielversprechende Talente galten und zahlreiche Pokale einfuhren. Dem MSC Cloppenburg angeschlossen hatte sich außerdem der Emsteker Youngster René Deddens, der sich in den vergangenen Jahren zu einem Piloten entwickelt hat, dem Kenner der Bahnsport-Szene viel zutrauen.
Bis 2005 stellte der MSC im Stadion an der Friesoyther Straße jedes Jahr ein großes internationales Motorrad-Rennen mit hochklassigen Starterfeldern auf die Beine. Dann ging nach mehr als einem halben Jahrhundert die Ära der Bahnsportler auf einer der schnellsten Grasbahnen der Welt zu Ende. Denn das Stadion wurde zu einer Fußball-Arena umgebaut und der Club musste sich auf die Suche nach einem neuen Areal machen. Dies gestaltete sich schwieriger, als anfangs angenommen. Der rührige Vorstand suchte und fand zwar mehrfach geeignete Gelände, doch immer wieder scheiterte das Vorhaben an Genehmigungsauflagen oder anderen Problemen. Ob an der Ziegelhofstraße, im eco-Park oder an der alten Deponie in Stapelfeld – der Traum von der neuen Rennbahn blieb unerfüllt.
Die erfolgreichen jungen Clubfahrer hielten ihren Verein im Gespräch. Doch im Sommer 2009 folgte ein weiterer Unglücksfall. Sönke Petersen, inzwischen 20 Jahre alt, trat im Juni in Abensberg mit der deutschen Junioren-Nationalmannschaft zur Speedway-WM an und stürzte dort schwer. Der junge Oldenburger erlitt Rückenverletzungen, die ihn in den Rollstuhl zwangen. Doch in bewundernswerter Manier nahm der junge Mann sein Schicksal an und kämpfte sich hinein in sein neues Leben. Dem Rennsport blieb er dennoch verbunden – als Fan und als engagiertes Vereinsmitglied.
Natürlich versucht der MSC, Sönke nach Kräften zu unterstützen. Und so organisierten die Mitglieder im Oktober 2009 ein Benefiz-Spektakel zugunsten des jungen Kollegen. Auf dem Hof Greten in Stalförden (Gemeinde Molbergen) lockte ein Start- und Sprint-Training mit aktuellen und ehemaligen Renn-Piloten Hunderte von Zuschauern an die improvisierte 100-Meter-Piste. Durch den Verkauf von Kaffee und selbst gebackenem Kuchen, Grill-Steaks und Getränken sowie vielen Spenden aus dem Publikum kamen 3000 Euro zusammen. Dieses Geld schenkte der Club Sönke als Starthilfe für sein neues Leben.
Gleichzeitig gab der Club als Rennveranstalter nach mehrjähriger Auszeit ein neues Lebenszeichen von sich. Und es soll bei diesem kleinen Spektakel nicht bleiben…
Text: Gaby Westerkamp