Erfolgreiches Come-Back-Rennen

Nie aufgegeben

5 Jahre ist es her, dass beim MSC Cloppenburg die letzte Zielflagge gewunken wurde. 5 Jahre liegen hinter den Mannen um Clubchef Günther Hegger nervenaufreibende Ups and Downs, was Zusagen und Absagen für ein neues Renngelände anging. Ein Kompliment dafür, dass die engagierte Crew nie aufgegeben hat und nun auf dem Betriebsgelände des Vize-Präsidenten Charly Alfers sich zumindest für dieses Jahr zurückmelden konnte. Nun heißt es Daumendrücken, dass diese einmalige Genehmigung der Stadt Fortbestand hat und die  4-monatige harte Arbeit auch langfristig belohnt wird.

260m Bahnoval umzäunt von den alten Gummibanden aus Grasbahnzeiten. In den Kurven natürlich die Airfence. Im Innenfeld zwei große Lichtmasten für die perfekte Ausleuchtung der Strecke. Stehtribünen fast komplett herum ums Oval für ca. 3000 Fans, ebenfalls sehr gut ausgeleuchtet. Eine Vip-Tribüne mit Sitzplätzen und ein aufgeschütteter Wall in der Zielkurve für weitere Fans. Gut zu erreichende und ausreichend vorhandene Sanitäre Anlagen sowie Imbiss- und Getränke-Buden plus Festzelt. Im Fahrerlager eine durch Pavillons erbaute Boxengasse für die Fahrer der Gruppe A. Und fürs Auge hatte man vier Grid Girls engagiert, die sich in einer Art „Sofa“ in den zur Verfügung gestellten Wolldecken im Innenfeld nach ihren Auftritten am Start in den sehr kurzen und knappen Outfits immer wieder einkuscheln und aufwärmen konnten. Kurzum: Es wurde an alles gedacht.

„Back on Track“

Mit dem Slogan „Back on Track“ warben die Cloppenburger monatelang in allen geschriebenen Medien und wurden mit dem riesengroßen Zuspruch der Fans belohnt. Geschätzte 4000 Fans kamen und sahen ein Speedway-Meeting der besonderen Klasse.

Kleines Manko: Aufgrund des doch sehr herbstlich feucht kalten Tages war die Bahn nicht im Topzustand. Durch Regen am Vortag und in der Nacht war sie sehr rutschig und glatt. Langbahn-Experte Stephan Katt fasste zusammen: „Die Bahn ist sauglatt und für mich als Nicht-Speedwayprofi sehr schwierig zu fahren.“ Boxennachbar und Poole Pirates-Profi Jason Doyle bestätigte die Aussage, dass auch er als Profi Schwierigkeiten hat, die richtige Linie zu finden. Doch so merkwürdig es auch klingt: je schwieriger die Bahn auch wurde und je länger das Meeting dauerte, umso spannender wurden die Läufe, geprägt von unglaublichen Überholmanövern, die das Publikum mit großem Raunen untermalte.

Profis müssen nicht trainieren

Lewis Bridger, Tim Korneliussen und Jason Doyle waren als reine Speedway-Profis nur wenige, die die freie Trainingssession für sich nutzten. Adam Skornicki, Tomasz Chrzanowski, Kjastas Poudzuks, Renat Gafurov und Piotr Swiderski verzichteten darauf und kamen kalt mit dem offiziellen Start auf die Bahn. Und nur die Langbahnexperten Matten Kröger, Jannick de Jong sowie Catman nahmen die zusätzlich gewährte Startbandmöglichkeit in Angriff.

Die Gruppe A

Die „Langbahner“ sprachen auch nicht wirklich ein Wort um die Punkte im Ziel mit. Kröger (3), de Jong (1) und Katt (1) schieden nach der 12-Heats-Vorrunde aus, zu denen auch noch der Lette Kjastas Poudzuks (4) gehörte. Die Top 8 teilten sich in 2 Semis auf. Mit 11 Punkten kamen Doyle und Swiderski aus der Vorrunde. Der gebürtige Australier aber in Poole wohnende 25-Jährige stürzte in seinem Halbfinale und wollte schon einpacken. Skornicki (7), Kroner (9) und Korneliussen (6) fuhren derweil die Punkte im Rerun ins Ziel. Der superaufgelegte Kroner qualifizierte sich mit 11 Punkten damit sicher fürs Finale ebenso wie der Pole.

Das 2. Halbfinale wurde von Chrzanowski (6) vor Swiderski (11), Gafurov (8) und Bridger (6) gewonnen. Da die Punkte immer weiter mitzählten, stand Doyle neben Swiderski, Kroner und Skornicki doch noch im Finale. Chrzanowski hingegen war raus. „Ich dachte, hier zählt das GP-System“, gaben beide an und während der Pole raus war, musste sich Doyle sputen, doch noch ans Finalband zu kommen. Er wollte dann auf Rang 4 fahrend zu viel, und nahm, wie einige seiner Kollegen zuvor, ebenfalls ein Bodenprobe, die aber aufgrund der Airfence keine Verletzungen nach sich zogen. Den Restart gewann Swiderski vor Kroner, der geschickt fahrend immer wieder die Angriffe von Skornicki abwehren konnte. So war der Zieleinlauf mit den zugezählten doppelten Punkten auch die Reihenfolge auf dem Podest.

Die Gruppe B

In der Ausscheidung um die 8 freien Plätze kam es zu einem wirklich bösen Crash mit Henry van der Steen und Ramon Stanek. Ein Wheelie des Holländers seit dem Start endete mit dem sanften Einschlag in die Airfence der Piloten, während Henrys Bikes über diese hinweg flog. Zum Glück ist Beiden nichts Ernsteres passiert und sie waren am Abend mit von der Partie.

Das Hauptaugenmerk galt wohl Lokalmatador Rene Deddens, der aufgrund seiner neuen beruflichen Laufbahn nun sein Abschiedsrennen bei seinem Club fuhr. „Ich bin total nervös“, erklärte der 18-Jährige vor dem Rennen. Doch mit 8 Vorlaufpunkten stand er als erster Finalteilnehmer fest. Ebenfalls noch einmal wieder als Clubfahrer auf dem Bike sitzend, fuhr Stanek nach der Schrecksekunde am Nachmittag ein klasse Rennen. Er haute Starts heraus, die man nur bestaunen konnte. Danny Maaßen, der sich von Lauf zu Lauf auch mit klasse Überholvorgängen steigerte, gehörte ebenfalls zum Finalquartett wie Denis Wienke, der trotz Ausrutschers im letzten Vorlauf noch die Top 4 erzielte.

Mitfavorit Kai Huckenbeck gab vorzeitig auf, nachdem er im 2. Durchgang zweimal an gleicher Stelle stürzte. Mit dem Gedanken an das Ligafinale am nächsten Tag in Landshut packte er vorzeitig ein.

Das allerletzte Rennen von Flitzer Deddens endete ebenfalls mit einem Ausrutscher. Nach Ende des Restartfinals mit Maaßen als Sieger vor Stanek und Wienke, blieb ihm aber noch die letzte Siegerehrung hinter dem Schleswig-Holsteiner und seinem Clubkollegen auf Rang 3.

Der Kids-Nachmittag

Alle 3 Schülerklassen waren am Nachmittag die Vorreiter der Großen. Andre Majewsky zog mit einem Maximum in der Schülerklasse C auf und davon, während Andre Mochner sich grad im ersten Lauf durch eine zu wilde Fahrweise um zumindest einen Laufsieg brachte, als er wegrutschte. Trotz schnellen Hinterherfahrens blieb er hier ohne Punkt, konnte aber am Ende mit 3 weiteren zweiten Plätzen auch Gesamtzweiter werden. Jeremy Cipinski fuhr konzentriert seine dritten Plätze ins Ziel und kam auch vor Roberto Slot und Onno Rykena auf Rang 3.

Etwas mehr Betrieb war schon in der Schülerklasse B zu sehen. Hier waren es Ausfälle, die die 125ccm-Akteure um Punkte brachten. Sieger Buddy Prijs blieb davon aber unbeeindruckt und gab nur einen Laufsieg an Lukas Fienhage ab, der im 3. Heat am Start schon ausfiel. Immerhin langte es für den Pfiffikus am Ende zu Rang 2 vor Fabian Wachs, der im letzten Lauf wegen eines Kettenrisses vorzeitig aufgeben musste. Dank seiner guten Punkteausbeute aus den Heats zuvor, konnte auch Severin Jendrik Herl, der sein  bestes Rennen fuhr, nicht mehr am Werlter vorbei ziehen. Jeremias Bents und Dirk Meyer folgten.

Mit einem gewaltigen Vorsprung an Gesamtpunkten siegte Niels-Oliver Wessel einmal mehr vor seinem Kumpel Finn Loheider. Der Osnabrücker hatte aber auch einen Lauf weniger, da er auf dem Weg zum 1. Start schon stürzte und auf diesen Lauf verzichtete. Mit 2 Siegen am Ende über Wessel konnte bei gleicher Punktzahl gegenüber Calvin Richter Rang 2 sichern. Ein Sturz in der letzten Ecke brachte hingegen Kevin Lück um seinen ersten Podestplatz. So wurde er vor Fabian Heinemann, Lando Michaelis, Timo Wachs und Celina Warth am Ende Vierter.

Quelle: speedway.org

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